Berichte -> imagic-Liga-Marathon, Serie 6, 13.01.07

Im Gegensatz zum absolvierten Marathon am 01.01.07, wollte ich den Marathon auch einmal ohne selbstgesetzten Druck, also ohne Zielausrichtung auf eine bestimmte Bruttozeit, bestreiten. Da der Wertungszeitraum am 13.01. endete, blieb allerdings nicht mehr viel Zeit. Der 13. selbst, ein Samstag, passte aber. Damit die Familie nicht den größten Teil des Tages auf mich verzichten muss, wollte ich zum Mittagessen fertig sein. Folglich saß ich bereits um 5:00 Uhr auf der Rolle ...

Vorbereitung
Verpflegung beim 1. Marathon am 01.01.07
Verpflegung bei diesem 2. Marathon

Die notwendigen Vorbereitungen hielten sich in Grenzen. Die Verpflegung war ähnlich wie beim 1. Marathon, das Sideboard neben der Rolle präsentierte sich daher nur wenig verändert. Kein Joghurt, weniger Mandarinen, dafür Trauben und 2 Möhren. Bananen waren vorhanden, sind nur nicht auf dem Foto.

Aus Konsequenz aus den brennenden Fußsohlen nach rund 4 1/2 Std. beim 1. Versuch, hatte ich einen Pedal- und Schuhtausch vorgenommen. Statt der Adidas Girano an den Look-Pedalen, kamen jetzt die leichten Nike Poggio I zum Einsatz, die ich normalerweise an den Outdoor-Rädern mit Shimano-Pedalsystem fahre.

Zwecks besserer Vergleichbarkeit zum 1. Marathon wollte ich die Reihenfolge der Runs beibehalten. Die Routes- und Run-Verzeichnisse waren wieder im Standard-Zustand, also alle Gegner verfügbar. Den Spickzettel vom 1. Marathon hatte ich, ergänzt um meine eigene Zeiten, wieder in Reichweite liegen.

Die Rennen

Ich bin alle Rennen mit Gegnern gefahren, meist 4 oder 5. Mir war klar, dass ich dann öfter die Software neu starten muss, aber das war es mir wert. Die Gegner habe ich nach der zu erwartenden Endzeit für den jeweiligen Lauf ausgewählt. Ich hatte bei den Runs zwar keine Zielvorgabe, konnte aber schon abschätzen, wie lange ich für die Runs bei kontrolliertem Tempo benötigen würde. Die Gegner dienten demnach auch nicht als Pacemaker, sondern eher dazu, ein wenig Abwechslung ins Geschehen zu bringen.

Direkt mit Start des 1. Rennen habe ich auch das Radio eingeschaltet, ab 9 Uhr lief der Fernseher mit Wintersport.

Nach dem 2. Rennen war ich einmal kurz auf dem Klo, das reichte für den gesamten Marathon.

Beim 1. Marathon hatte ich beim 3. (R2, 32,3 km) und 4. Rennen (R4, 10,0 km) ein kleines Tief, diesmal lief es dagegen komplett rund, in beiden Rennen war ich sogar etwas schneller. Und das, obwohl ich beim 3. Rennen nach rund 6 km mit einem alten Problem konfrontiert wurde. Seit Oktober nutze ich für die Tacx Software einen neuen Rechner. Beim alten Rechner war es zwar nicht an der Tagesordnung, aber es kam oft genug vor, dass während eines Runs plötzlich nur noch ein schwarzer Bildschirm sichtbar war. Exakt das gleiche Phänomen trat nun wieder auf. Da die Software weiter läuft, kann man auch weiter fahren, allerdings mehr oder weniger blind. Auf die eingeblendeten Daten lässt sich notfalls verzichten, aber wann ist der Run zu Ende?

R2 war ich nicht so oft gefahren und kannte die Streckenführung nicht aus dem Kopf, aber zum Glück lag die Übersicht mit den Profilen und Sprintmarken in Griffweite. So konnte ich sehen, dass der Run unmittelbar nach der letzten Abfahrt ins Ziel führt. Normalerweise würde mir in so einer Situation auch der Standard-Tachometer helfen, den ich am Rollenrad montiert habe. Aber den hatte ich bis jetzt nicht beachtet und konnte daher auch nicht beurteilen, bei welchem Kilometerstand ich das Rennen begonnen hatte. Wenn man oft genug in den virtuellen Gebieten gefahren ist, lässt sich aus den Widerstandsänderungen der Bremse aber auch ohne optische Kontrolle gut auf die jeweilige Position schließen. Nach der letzten Senke, kurz vor der Pissaro Bridge, bin ich dann nach Tacho noch 1200 m weitergeradelt. Das passte. Einerseits wollte ich keine unnötige Zeit verlieren, andererseits wäre es extrem ärgerlich gewesen, den Run vor dem Ziel zu beenden.

Alle folgenden Rennen liefen ohne Schwierigkeiten ab. Die Pausenzeiten hielten sich mit insgesamt 8:35 Min:Sek in Grenzen, obwohl ich die Software wegen zerschossener Menüs zweimal neu starten musste. Nach dem Blindflug bei R2 war zudem ein explizites Terminieren über den Task Manager notwendig.

Während des 6. Rennens war abzusehen, dass ich den Marathon deutlich früher als erwartet beenden würde. Wenn keine Schwächephase oder sonstigen Probleme auftreten würden, war eine Zeit im Bereich 6:30 Std:Min drin. Und mit letztlich Brutto 6:27:40 konnte ich diese Zeit sogar unterbieten, ohne zusätzlichen Aufwand betreiben zu müssen.

Fazit

Im Vergleich zum 1. Rollen-Marathon, den ich subjektiv sehr zügig und mit hohem Puls gefahren bin, war dieser 2. recht easy. Natürlich müssen die 7 Rennen auch erst einmal gefahren werden und 6 1/2 Std. auf der Rolle sind kein Pappenstiel.

An diesen zweiten Marathon bin ich aber schon psychisch ganz anders herangegangen. Nämlich locker und ohne bestimmte Zielsetzung. Auch der Wechsel der Schuhe wird einiges dazu beigetragen haben, da ich die komplette Distanz ohne Beschwerden bewältigen konnte.

Im Gegensatz zum 1. Marathon bin ich mit deutlich reduziertem Puls gefahren. Statt im Schnitt 172 Schläge waren es diesmal nur 150. Trotzdem habe ich für den gesamten Marathon Netto nur 9 Minuten mehr benötigt, was schon sehr erstaunlich ist. Beim 1. Marathon war ich zeitlich umgerechnet knapp 2,6% schneller bei einer durchschnittlichen Herzfrequenz, die um 14,6% höher lag! Selbst wenn ich einen Abschlag von 10 Schlägen beim 1. Marathon wegen der noch nicht ganz auskurierten Erkältung einkalkuliere, errechnet sich ein Plus von 8% (162 : 150). Bei den Werten Watt/kg ergibt sich übrigens eine Differenz von 5,4% (2,69 : 2,55).

Freigabe: 16.01.07, letzte Änderung: 10.06.11
zuletzt gelesen: 20.11.17, 06:47 Uhr, Anzahl Zugriffe: 1282