Berichte -> imagic-Liga-Marathon, Serie 6, 01.01.07

Nachdem mittlerweile 10 Teilnehmer den Liga-Marathon absolviert haben, wollte ich nicht länger nur zusehen. Den Marathon an Silvester zu bestreiten, wäre der passende Abschluss des Jahres gewesen. Aber leider hatte die Familie etwas dagegen. Stattdessen bekam ich grünes Licht für den Neujahrstag. Auch nicht schlecht, so konnte ich das neue Jahr gleich mit einem Highlight beginnen, das ich daher auch etwas ausführlicher kommentiere.

Nähere Infos zum Entstehen des Liga-Marathons können dem entsprechenden Eintrag im News-Bereich entnommen werden.

Vorbereitung

Wie es sich für einen "Strategen" (Hommage an meinen Teamnamen im Winterpokal - "die Strategen") gehört, bin ich das Unternehmen natürlich generalstabsmäßig angegangen. Ziel war nicht nur, die 7 Runs ordentlich und in einem Rutsch zu fahren, sondern auch eine halbwegs passable Bruttozeit hinzulegen. Als passenden Gegner habe ich Ingo (@whitesurf) gewählt, der den Marathon in Brutto 6:21:49 (Std:Min:Sek) bei lediglich knapp 12 Minuten Pause absolviert hat. Das war schon reichlich vermessen, schließlich hat Ingo die letzte Serie der Liga als 16. beendet. Ingos Zeiten der Runs sowie HF und km/h wurden auf einem Blatt notiert. Falls ich frühzeitig und aussichtslos ins Hintertreffen geraten sollte, wollte ich wenigstens vor Rolf (@strampler) rangieren, der Brutto etwas mehr als 6:45 benötigt hat. Auch seine Daten hatte ich dem Spickzettel zugefügt.

Um das Laden der Runs und die dadurch entstehenden Pausenzeiten zu minimieren, wurden alle vorhanden Pilotrouten und nicht benötigten Runs in ein Unterverzeichnis verschoben, so dass lediglich die 14 Runs meiner Gegner der Tacx-Software zur Verfügung standen. Zusätzlich wurde die Countdown-Zeit, also die Zeitspanne ab Laden der Strecke bis zur Startfreigabe, auf 0 Sekunden reduziert.

Buffet vor dem Start
Spickzettel mit Kenndaten der Gegner

Wichtig war natürlich auch, für die passende Verpflegung zu sorgen. Gemäss der Devise "besser zu viel als zu wenig" hatte ich mir einiges zurecht gelegt:

1,5 Liter Wildfruchttee, 1,5 Liter Isostar (Pulver noch vom Amstel Gold Race), Flasche stilles Mineralwasser, 5 Stück Mandarinen, 3 Pakete Papiertaschentücher, 4 Handtücher, Rest ist ersichtlich

Um kurz vor 12 Uhr ging es los. Ingos Reihenfolge der Runs wollte ich beibehalten. Also zunächst die 4 Rennen in Capricorn, dann die 3 Sipscape-Läufe. Das spart Zeit, da in der Software nur einmal das Gebiet gewechselt werden muss.

Eine Profilübersicht der Runs findet sich auf der Übersichtseite der Liga-Serie 6.

1. Rennen, Run 6 (Capricorn, 32,3 km)

Ich beginne also mit Run 6. Die ersten knapp 22 km sind flach, dann einmal über Taurus-Castle und die westliche Seite nach Capricorn, die restlichen 3,5 km wieder flach. Ich finde schnell den Rhythmus und kurble relativ konstant mit 87, 88 Umdrehungen bei rund 35,5 km/h, 195 Watt und Kettung 53/16. Ingo lasse ich allmählich hinter mir, Rolf ist schon weiter zurück. Er hat seine Runs in komplett anderer Folge gefahren, und diesen als 4. Run nach deutlich mehr als 100 km absolviert, war also nicht mehr ganz frisch. Mein Puls schwankt um die 165 Schläge. Eigentlich schon recht hoch. Aber ich bin noch leicht erkältet und rechne daher einen Aufschlag ein. So lange ich mich gut fühle, habe ich keine Bedenken. Erstaunlicherweise kann ich auch bei der Bergpassage den Vorsprung halten und gehe nach 55:11 Min:Sek mit rund einer Minute Vorsprung vor Ingo ins Ziel.

2. Rennen, Run 3 (Capricorn, 62,9 km)

Das lief ja schon mal nicht schlecht! Es folgt Run 3, mein Lieblingslauf. Häufig hoch und runter, aber auch einige längere Flachpassagen, insgesamt sehr abwechslungsreich. Im GA-Tempo für rund 2 Stunden gut und bringt so immer lockere 8 Punkte für den Winterpokal.

Ingo hat hier eine 1:50:24 vor- und die Latte somit reichlich hoch gelegt. Aber ich nehme die Herausforderung an und halte dagegen. Es läuft jetzt richtig rund und die Sache bereitet mächtig Spaß. In den flachen Abschnitten kann ich sogar noch etwas zulegen und etwas über 200 Watt leisten. Bergauf fahre ich grundsätzlich, auch in allen anderen Rennen des Marathons, mit dem großen Blatt und schalte nur gelegentlich bis aufs 2. Ritzel hoch, bei der 19-12er Kassette also maximal 53/18. Der Puls ist weiterhin hoch, ähnlich wie zum Ende des vorigen Runs. Ich trinke regelmäßig und genehmige mir, verteilt auf den Run, eine Banane. Nach gut 2/3 des Rennens habe ich rund 1 km Vorsprung auf Ingo. Offensichtlich hat er zum Schluss aber zugelegt, der Abstand bleibt nämlich konstant. Ich beende das Rennen nach 1:48:52 und kann tatsächlich 1,5 Minuten rausholen.

3. Rennen, Run 2 (Capricorn, 33,3 km)

Nach Abspeichern des letzten Run kommt, was ich befürchtet habe. Das Menü der Tacx-Software zeigt keinen Text mehr an. Dies ist ein bekanntes Problem, das aber nicht grundsätzlich eintritt. Hängt wohl mit der Länge des Runs und der Zahl der geladenen Gegner zusammen. Am Interface lassen sich Menüpunkte zwar weiterhin auswählen, aber man kann nicht erkennen, welcher Run selektiert ist. Also runter vom Rad, an den Rechner gehechtet und die Software neu gestartet. Bei der Gelegenheit greife ich auch gleich ein neues Handtuch, das erste ist nicht mehr zu gebrauchen.

Run 2 ähnelt Run 3, bei halber Länge. Eigentlich eine Strecke, die mir liegen sollte. Diesmal nehme ich nur Ingo als Gegner mit. Er zieht mir aber gleich den Zahn und ab Start unwiderstehlich auf und davon. Dank des Spickzettels weiss ich, dass er diesen und auch die beiden folgenden Runs in Relation zu den übrigen Rennen schneller unterwegs war. Trotzdem versuche ich, nicht allzu viel Boden zu verlieren. Nach rund 10 km beträgt der Rückstand nur humane 300 Meter. Aber die Investition ist zu hoch. Wenn es nicht gerade bergab geht, liegt mein Puls bei 180 Schlägen oder darüber. Das ist Nahe an der anaeroben Schwelle, bei der ich unter normalen Voraussetzungen höchstens 1 Stunde konstant Leistung abrufen kann.

Aber ich habe noch nicht einmal die Hälfte des Marathons hinter mir und werde noch länger als 3 Stunden im Sattel sitzen. Das Treten fällt mir zudem schwerer und die Stimmung sinkt allmählich. Ich halte es daher für ratsam, etwas Tempo herauszunehmen. Ingo tangiert das nicht. Ungerührt zieht er am Horn und der Abstand vergrößert sich zunehmend, nach 20 km ist er bereits deutlich mehr als 1 km voraus. Aus Frust nehme ich erst einmal 2 Fitness-Riegel zu mir. Im Ziel, das ich nach 57:44 Min:Sek erreiche, verliere ich fast 2,5 Minuten. Aber das ist nicht ganz so tragisch, da Ingo nach diesem Run über 8 Minuten Pause eingelegt hat. Sofern ich nicht selber unnötig pausiere, gibt mit das ein gewisses Polster. Vielleicht kann ich zum Schluss des Marathon auch wieder zulegen.

4. Rennen, Run 4 (Capricorn, 10,0 km)

Es folgt das kürzeste Rennen. Gemessen an der Marathondistanz fast ein Sprint. Vom Profil her ähnlich wie Run 6 (1. Rennen) nur eben kürzer. Ingo ist wieder nicht zu halten, was ich auch gar nicht erst versuche. 34 Sekunden brummt er mir auf, ich benötige 17:38 Min:Sek. Die identische Strecke gab es bereits als 4. Rennen der letzten Serie. Unfassbar, dass ich im Frühjahr das Rennen unter ähnlichen Voraussetzungen, nämlich mit 3 bereits zuvor absolvierten Runs (116 km), eine Zeit von 15:33 hinlegen konnte. Und das bei einem Durchschnittspuls der 6 Schläge tiefer lag als mein jetziger Schnitt von 176.

5. Rennen, Run 1 (Sipscape, 26,7 km)

Die Capricorn-Runden sind beendet, es wird ins Sipscape-Gebiet gewechselt. Von mir lange verschmäht und erst mit R2 der letzten Serie, dem seinerzeit längsten Run (53,7 km), habe ich mich mit dem Gebiet angefreundet. Während es in Capricorn entweder flach, bergauf oder bergab geht, verlaufen die Strecken in Sipscape wellig und unrhythmisch.

Statt Ingo, wähle ich diesmal Rolf als Gegner. Er hat diesen Run bei seinem Marathon als 1. Rennen bestritten und dabei ein Durchschnittstempo von fast 36 km/h hingelegt. Mit 44:28 Min:Sek war er sogar deutlich schneller als Ingo, der 45:41 gefahren war. Im Nachhinein frage ich mich allerdings schon, wer oder was mich dazu getrieben hat, Rolf als Gegner zu laden. Wenn Ingo schon zu schnell für mich ist (und im 5. Rennen noch einen Tick zügiger war als im 4. Rennen), warum nehme ich dann einen noch schnelleren?

Immerhin, der Anfang verläuft noch ganz vielversprechend. Es dauert eine Weile bis Rolf mich einholt. Offensichtlich sucht er noch das richtige Tempo. Aber es dauert nicht lange und bei ihm geht die Post ab und der Abstand wächst kontinuierlich. Aber damit war zu rechnen und es macht mir auch nichts aus. Ich habe die Bruttozeit vor Augen und da sieht es nach wie vor ganz gut aus. Während des Marathons kenne ich zwar nicht die genauen Pausenzeiten, aber die Bruttozeit zeigt mir die Stoppuhr.

Was mir eher Sorgen bereitet ist die linke Fußsohle, die seit einiger Zeit schmerzt. Die restlichen 3 Rennen summieren sich auf 75 km, noch eine Menge Holz. Normalerweise habe ich mit den Füssen keine Probleme beim Radeln. Bei (und ausschließlich) den Fahrten auf der Rolle nutze ich zwar ein separates Paar Schuhe, aber dieses Paar habe ich auch schon bei den insgesamt 6 über 5-stündigen Sessions der letzten Serie genutzt. Und da eigentlich ohne Auffälligkeiten.

Rolf ist mittlerweile außer Sichtweite und ich schaue nur noch selten auf die Abstandsanzeige, obwohl die im Sipscape-Gebiet eigentlich mehr Informationsgehalt bietet als bei den Runs in Capricorn. Auf Grund der dortigen Topografie kommt es oft genug vor, dass sich Abstände innerhalb weniger Minuten um 500 m oder mehr vermindern oder vergrößern, je nachdem wer gerade bergauf und bergab fährt. Sinnvoller wäre es ohnehin, die zeitliche Differenz am Bildschirm auszugeben, aber dazu wären in der Tacx-Software aufwendige Berechnungen zur Laufzeit notwendig.

Das Rennen nähert sich dem Ende und ich genehmige mir einen Müsli-Riegel, die erste handfeste Knabberei seit den Fitness-Riegeln im 3. Rennen. Von den Mandarinen nehme ich immer mal wieder zwischendurch einige Stücke. Erstaunlich ist die Tatsache, dass ich bisher noch nicht den Weg zur Toilette suchen musste. Mittlerweile bin ich über 4 Stunden auf dem Rad. Ich trinke zwar in Maßen, aber die 2. Flasche ist gleich leer. Solange bin ich noch nie mit dem Rad unterwegs gewesen, ohne austreten zu müssen. Und auf der Rolle schon gar nicht. Offensichtlich wird doch vieles indirekt gesteuert. Meine Zeitvorgabe bedingt, Pausen auf das absolute Minimum zu reduzieren, am Besten also nur auf das Laden der Runs und da passt Pinkeln einfach nicht rein!

Von der Fußsohle abgesehen, fühle ich mich körperlich wieder besser. Das kleine Tief ist überwunden. Statt mit 53/16 fahre ich in der Ebene jetzt eine Nummer größer 53/15, die Trittfrequenz sinkt dementsprechend und pendelt bei rund 85, was rund 195 Watt entspricht. Die HF liegt mit durchschnittlich 175 Schlägen weiterhin recht hoch. Den Run beende ich in 46:14 Min:Sek, verliere mit 33 Sekunden auf Ingo aber nicht so viel wie befürchtet.

6. Rennen, Run 5 (Sipscape, 27,0 km)

Statt durchzustarten, muss ich noch einmal die Tacx-Software beenden und neu aufrufen, da die Menüs wieder zerschossen sind. Aber das geht zügig und ist kaum der Rede wert. Trotzdem verzichte ich diesmal auf das Laden von Gegnern, damit ich dasselbe Problem nicht auch nach dem 6. Rennen bekomme.

Es folgt "Howisch's Karussel", eine Sipscape-Route benannt nach dem Ersteller @howisch. Dabei ist die kleinste mögliche Runde im Sipscape-Gebiet, die abgesehen von winzigen Erhebungen völlig flach verläuft, genau 17 mal zu fahren! Für einen Sauerländer wie mich ein Unding, aber der Horst kommt aus einer flacheren Gegend, wo solche Strecken zur Normalität gehören. Eigentlich also ein Run, bei dem man nicht aus dem Sattel zu gehen braucht. Eigentlich ja, aber nicht wenn man bereits 165 km auf der Rolle zurückgelegt hat. In der Serie bin ich den Run nur einmal gefahren, genauso wie den überwiegend flachen Run 6. Diese Läufe sind einfach nicht mein Ding. Zum Glück gibt es genügend Alternativen. Aber das sieht offensichtlich nicht jeder so. Wie lässt sich sonst erklären, dass 8 der mittlerweile 16 im Ranking enthaltenen Marathons, also tatsächlich die Hälfte, in der Reihenfolge 1-7 gefahren wurden, wobei dann die beiden angesprochenen Runs unmittelbar hintereinander zu absolvieren sind?

Wie dem auch sei, der Run steht an und ich muss da jetzt durch. Einfacher wird es, da ich mittlerweile ziemlich zuversichtlich bin, Ingo hinter mir zu lassen. Wenn ich das letzte Rennen gegen 18:15 Uhr beende, habe ich Brutto weniger als 6:21 Std:Min benötigt. Bis dahin sind es noch etwas mehr als 90 Minuten. Mir reichen demnach eine 50er Zeit für das 6. und eine 40er Zeit für das kürzere 7. Rennen. Und selbst wenn noch eine Pause notwendig sein sollte, dürfte das langen. Eigentlich hätte ich zuvor auch mal im Ranking genauer nachsehen sollen, welche Bruttozeit Reto (@schruuber) als derjenige, der direkt vor Ingo platziert ist, zu Buche stehen hat. Aber die Jungs, die da vorne stehen, sind für mich schon unter normalen Bedingungen außer Reichweite. Und während ich mich gerade im Formaufbau mit vielen GA-Einheiten befinde, haben die TOP-Platzierten des Rankings in der Liga-Serie eifrig mitgemischt und fahren noch (oder schon wieder) auf hohem Level.

Da ich ohne Gegner unterwegs bin, fahre ich ohne jeglichen Druck. In der Regel nehme ich immer Gegner mit, selbst bei lockeren Einheiten, da dies viel interessanter ist. Meist lade ich meine eigenen Runs dazu, dann habe ich auch gleich einen Anhaltspunkt für die zu erwartende Endzeit. Dieses 6. Rennen entwickelt sich so wie vorausgeahnt. Stupide wird Runde für Runde absolviert. Als Abwechslung und weil es mal Zeit für einen Kohlenhydratschub ist, verzehre ich genüsslich eine Banane. Um Punkt 17:15 Uhr geht der Blick zur Entfernungsanzeige. Noch genau 8,3 km sind zu fahren. Plus die 22,1 km des letzten Rennens, macht 30,4 km. Dafür habe ich jetzt noch genau 1 Stunde Zeit. Tja Ingo, du solltest dich damit abfinden, in der Tabelle einen Platz nach hinten zu rutschen.

Nach dem Tief vor einiger Zeit, erlebe ich jetzt ein Hoch. Erfreulich auch, dass ich weiterhin Druck aufs Pedal geben und somit fast wieder auf dem Niveau wie in der Anfangsphase des Marathons treten kann. Rennen 3 und 4 waren da wohl nur kleine Durchhänger und nicht der Anfang vom Ende. Im Prinzip bestätigt sich hier die Tendenz der vielen Marathons, die ich gefahren bin. Die Grundlage ist absolut vorhanden, die Defizite liegen in anderen Bereichen. Natürlich läuft nicht mehr alles rund, das wäre nach fast 5,5 Stunden auf der Rolle aber auch unnormal. Die linke Fußsohle brennt weiterhin, bei der rechten werden ähnliche Symptome allmählich spürbar.

Nachdem die Rundenhatz beendet ist, bleibt die Uhr bei 46:44 Min:Sek stehen. Damit habe ich nach 3 Rennen erstmals wieder Boden auf Ingo gutgemacht, wenn auch nur magere 10 Sekunden.

7. Rennen, Run 7 (Sipscape, 22,1 km)

Zum Abschluss gibt es ein interessantes und recht kurzes Rennen, in dem alle Streckenabschnitte des Sipscape-Gebietes befahren werden. Eigentlich wollte ich Ingo und Rolf mitnehmen, aber ich war wohl zu schnell auf der Start-Taste und so ohne Gegner im Rennen. Abbrechen und Neuladen kommt natürlich nicht in Frage, das kostet schließlich Zeit. Das Rennen verläuft recht unspektakulär. Im Prinzip habe ich massig Zeit und könnte recht gemütlich fahren. Aber warum so lange hetzen und dann austrudeln? Nein, das Tempo wird beibehalten! Nach rund der Hälfte des Rennens beginne ich zu rechnen. Kann ich nicht auch Ingos Nettozeit unterbieten? Seine Zeiten habe ich auf dem Zettel stehen, aber meine eigenen kenne ich nur ungenau. Ich komme zum Schluss, dass es eigentlich nicht möglich ist, da ich im Mittelteil des Marathons zu viel Zeit verloren habe. Ja, wenn ich in diesem Rennen eher auf den Gedanken gekommen wäre, aber jetzt sind nur noch 10 km zu fahren. Trotzdem will ich es versuchen und lege noch einmal eine Schüppe drauf. Stellenweise jage ich mit Puls > 190 über die Strecke. Schon verrückt. Nicht nur ich selber, sondern auch die Tatsache, dass dies überhaupt noch möglich ist.

Im Ziel, nach 37:54 Min:Sek, erstmal ein Urschrei. Ja! Geschafft! Aber leider nur 50 Sekunden raus geholt, Netto reicht das nie und nimmer. Mit einer Brutto-Gesamtzeit von 6:12:30 langt es dafür deutlich. 4 Minuten schneller und ich hätte tatsächlich noch den Reto erwischt. Aber diese 4 Minuten waren einfach nicht mehr drin, auch wenn ich das vorher gewusst hätte.

Später, nach dem Hochladen der Runs dann der gespannte erste Blick aufs Ranking und die Nettozeiten. NEIN! Das gibt es nicht. Netto fehlen lediglich 3 Sekunden auf Ingo. Wie ärgerlich!

Fazit

Das war ein brutaler Marathon. Nicht wegen der Länge oder der Zeit. Nein, brutal deshalb, weil er auf der Rolle ausgetragen wurde. Laut Tacho mit 214,8 km sogar noch länger als die 213,57, die sich aus der Länge der Einzelruns addieren. In meinem Fall bedeutet dies 6:10 Std:Min kurbeln, kurbeln, kurbeln. Quasi ununterbrochen. Bei Outdoor-Fahrten kann man auch mal die Füße hochnehmen und sich auf einer Abfahrt kurz erholen. Aber nicht auf der Rolle. Hier gibt es keine Phase zum Relaxen. Und auch keinen kühlenden Fahrtwind.

Mit nur 2:13 Min:Sek Gesamtpausen habe ich die bisherige Bestmarke von Mirek (2:59) unterboten. Selbst wenn ich fairerweise 30 Sekunden auf die Zeit addiere, da Mirek seinen Countdown-Timer auf 5 Sekunden eingestellt hat (beim 1. Lauf zählt die Zeit noch nicht zur Bruttozeit, daher nur 6 statt 7 mal 5 Sekunden), bleibe ich noch unter seiner Zeit. Im Verhältnis Netto zu Brutto errechnet sich eine Quote von 99,4%!

Die Avg-HF während des Marathon liegt bei 172 Schlägen. An meiner HF-Max von 205 Schlägen (auf dem Rad) ist ersichtlich, dass ich ein Hochpulser bin. 172 Schläge bedeuten 83,9% von HF-Max. Selbst unter der großzügigen Annahme, dass 10 Schläge auf das Konto einer Erkältung gehen, errechnen sich bei 162 Schlägen fast 80% HF-Max. Den Marathon habe ich somit sicherlich nicht im GA-Bereich absolviert, wie die meisten anderen Absolventen. Insofern sind auch meine Zeiten im Vergleich einzuordnen. Andere Teilnehmer haben noch deutliches Verbesserungspotenzial, das bei mir bei diesem Marathon ausgereizt wurde.

Während des Marathon habe ich keine Kleidung gewechselt und nur 2 Handtücher benötigt. Normalerweise trage ich auf der Rolle nur trägerlose Hosen, beim Marathon wollte ich aber auf Nummer sicher gehen und habe daher die Assos FI Mille angezogen, die sich voll bewährt hat. Ich habe auf jeglichen Medienkosum verzichtet, Fernsehen und Radio blieben aus, hatte einfach kein Bedürfnis danach. Erstaunlicherweise musste ich auch erst eine halbe Stunde nach Ende der Runs auf die Toilette.

Nach Absteigen von der Rolle hatte ich arge Schwierigkeiten zu Gehen. Selbst am nächsten Morgen taten die Füße noch weh.

Rest vom Buffet nach Ende des Marathon:
Taschentücher komplett verbraten, ansonsten noch von allem etwas übrig
unverändert wie am Start: Fernsteuerungen für Fernsehen, Radio, Ventilator, Powerbar-Riegel blieben unberührt

Übrigens, am 24.02.07 beginnt der Wertungszeitraum für den Liga-Marathon der Serie 7 ...

Freigabe: 03.01.07, letzte Änderung: 10.06.11
zuletzt gelesen: 19.11.17, 09:57 Uhr, Anzahl Zugriffe: 1958